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Samu und Rea, ihr seid beide schon mehrfach zu "The Voice of Germany" zurückgekommen. Warum macht euch die Show so viel Spaß?

Rea: Ich vergleiche das mit einer Kapsel, die einen aus der Realität holt, und in die "The Voice"-Welt mitnimmt. Das hat positive und negative Aspekte, aber für mich persönlich überwiegen klar die Vorteile. "The Voice of Germany" ermöglicht einem Begegnungen mit vielen verschiedenen Menschen. Es gibt viel Musik, viel zum Lachen und man verbringt Zeit mit Freunden. Es ist eine sehr intensive Erfahrung.

Samu: Vor zweieinhalb Jahren war ich eigentlich überzeugt, dass ich nicht mehr zu "The Voice of Germany" zurückkomme, aber es gibt einfach nichts Vergleichbares zu dieser Show. Es ist wie eine Familie. Wir kennen die Leute hier seit sieben, acht oder zehn Jahren und sind mit allen befreundet. Es fühlt sich einfach gut an, hier zu sein.

Rea: Wie bei jemandem, der gerne Tattoos mag: Man sitzt da, um sich ein neues stechen zu lassen. Und man denkt sich dann: 'Bin ich eigentlich bescheuert? Nochmal Stunden voller Schmerz?' Aber irgendwie macht es einen süchtig. Und genauso ist diese Show: Es gibt Dinge an dieser Show, die ich über alles liebe und genau die machen mich süchtig danach.

Wie zum Beispiel die Coach-Fights? Mit welchem Coach battled ihr euch am liebsten?

Samu: Mark Forster.

Rea: Auf jeden Fall Mark! Ich liebe es, ihn aufzuziehen. Es macht einfach Spaß, sich mit jemanden zu battlen, der einem Kontra gibt. Ein offensichtlicher Sieg macht einfach keinen Spaß. Die Mädels sind aber auch sehr ehrgeizig. Gegen sie zu verlieren, ist manchmal etwas langweilig. Aber man sagt ja: Man kann den Kampf verlieren, aber nicht den Krieg.

Samu: Wir lieben die Talente wirklich – aber wir lieben die Konkurrenzkämpfe unter den Coaches noch viel mehr. Diese Battles machen uns einfach großen Spaß. Für mich kommt der beste Teil, wenn ein Talent einen Vierer-Buzzer hat. Die Talente fühlen sich, als ob ihnen die Welt gehöre, und die Coaches machen sich bereit für den Kampf. Das ist einfach der coolste Moment für mich, egal was danach passiert.

Rea: Und wir haben alle sehr große Egos - wenn wir mal ehrlich mit uns selbst sind. Ich glaube, dass jeder erst einmal sein Imperium sichern möchte.

Wie kommt es, dass ihr in dieser Staffel auf einem Doppelstuhl sitzt?

Samu: Ich wollte etwas Besonderes machen. Aber ich muss zugeben, anfangs hatte ich kurz Bedenken. Es hat sich nach einer guten Idee angefühlt, aber seltsam. Auf den Doppelstühlen waren sonst die Fantas oder BossHoss, der Doppelstuhl hat also den gleichen Künstler bzw. eine Band repräsentiert. Aber jetzt liebe ich es! Es war in jedem Fall eine gute Entscheidung: Ich liebe es, dass der Doppelstuhl mit diesem großartigen Iren an meiner Seite auch mir einen neuen Twist gibt.

Rea: Wir mussten uns erst einmal in dieser neuen Konstellation zurechtfinden. Wie Samu sagt, es ist die Jubiläumsstaffel und dafür wollte man etwas Besonderes. Es sind sehr viele Coaches. Aber wir alle wissen, wie der Sender diese Show aufzieht. Alle sind einfach unfassbar gut in dem, was sie tun. Und die Musik steht immer im Mittelpunkt.

Ist der Doppelstuhl eher ein Vor- oder Nachteil für euch?

Rea: Ich weiß nicht, wie Samu das sieht, aber ich muss mich daran erst einmal gewöhnen. Ich bin eine sehr harmoniebedürftige Person. Ich möchte, dass mein Umfeld harmonisch zusammenarbeitet. Und daher möchte ich auch, dass Samu und ich harmonisch miteinander umgehen. Da gibt es keinen Kompromiss. Wir müssen das erst lernen. Sicher ist es einfacher, alleine auf einem der roten Stühle zu sitzen, aber zu zweit macht es einfach mehr Spaß. Und deshalb machen wir das alles doch: um Spaß zu haben.

Wie ist das Zusammenspiel mit den anderen Coaches?

Samu: Der Respekt zwischen uns ist einfach groß. Das ist cool. Niemand ist eifersüchtig, wenn ein anderer im Rampenlicht steht. Es ist, wie gesagt, sehr gut und respektvoll.

Habt ihr euch Gedanken darüber gemacht, wie ihr die Talente überzeugen wollt, in euer Team zu kommen?

Samu: Nein, es ist einfach ein Instinkt. Manchmal fühlt man, dass man den Talenten sagen sollte, dass sie überall glücklich werden – egal in welchem Team. Und in anderen Momenten legst du dir einen genialen Plan zurecht. Und der geht manchmal auch komplett schief.

Rea: Manchmal – ich war ja schon ein paar Mal Teil der Show – macht mich das nervös. Jeder will das gleiche sagen und genau das ist der Moment, wenn es wild wird. Es ist Chaos … aber das macht am meisten Spaß, denn es ist echt. Man kämpft richtig darum, das Talent für sein Team zu gewinnen. Es ist aber auch witzig, wenn alle auf professioneller Ebene kritisieren und fast jeder Coach dasselbe sagt.

Was erwartet die Talente bei euch im Team?

Rea: Samu und ich haben im Vorfeld darüber geredet, da wir unterschiedlich arbeiten. Das Gute ist, dass wir ein sehr gutes Team hinter uns haben. Wichtig für uns ist es, eine gewisse Distanz zu wahren, um objektiv bleiben zu können. Wir haben alle diese Erfahrung gemacht: Wenn man zum ersten Mal Coach in dieser Show ist, ist man sehr eng mit seinen Talenten. Und genau das kann einem zum Verhängnis werden. Man kann einfach nicht mehr objektiv sein. Man mag eine Person vielleicht mehr wegen ihres Charakters, als wegen ihres Gesangs oder ihrer Performance.

Samu: Ich habe genau diesen Fehler gemacht. Ich weiß gar nicht, war es das letzte oder vorletzte Mal? Ich habe vor den Battles eine Party mit meinem ganzen Team veranstaltet. Die letzten, die mit mir zusammensaßen, Bier getrunken und Pizza bis um vier Uhr morgens gegessen haben, waren nicht unbedingt die besten drei Sänger des Teams. Sie haben nicht an ihrem Gesang gearbeitet, sie haben mir Bier und Pizza gebracht. Es war also wirklich schwer ihnen zu sagen: Sorry, du bist raus. Ich habe mich so schlecht gefühlt. Und diesen Fehler möchte ich nicht nochmal machen.

Rea Garvey: Coach der ersten Stunde

Der irische Sänger Raymond Rea Garvey kam am 3. Mai 1973 zur Welt. Er ist vielen durch seine Musik-Karriere bekannt. Als Frontmann der Band "Reamonn" schuf er Songs wie "Supergirl". Seit 2010 ist er als Solo-Künstler aktiv. Rea arbeitete während seines Werdegangs mit zahlreichen bekannten Musikern wie Nelly Furtado, Sasha, Kool Savas, Paul van Dyk, Mary J. Blige, Joy Denalane, In Extremo oder auch mit Michael Mittermeier und Stefan Raab zusammen. 2015 erschien sein Solo-Album "Prisma", 2018 veröffentlichte Rea Garvey das Album "Neon".

2011 saß er zum ersten Mal als Coach auf einem der roten Stühle bei "The Voice of Germany" und konnte in der 2. Staffel sogar den Sieg für sein Talent Nick Howard und sich verbuchen. Zum sechsten Mal ist er nun am Start und bildet seit neuestem ein Team mit seinem finnischen Bro Samu Haber.

Rea Garvey engagiert sich auch sozial. Seit 2011 ist er Botschafter des "Clearwater Projects". Ziel des Projekts ist es, dass Menschen am Amazonas in Ecuador Zugang zu sauberem Trinkwasser durch Wasseraufbereitungsanlagen erhalten. 

Samu Haber: Teil Zwei der irisch-finnischen Bromance

Samu Aleksi Haber wurde am 2. April 1976 in der finnischen Hauptstadt Helsinki geboren. Er wuchs gemeinsam mit seinen Geschwistern in Finnland auf, hat aber deutsche Wurzeln. Schon seit seiner Jugend ist er von der Musik begeistert. Seit 1992 ist er der Sänger der Band Sunrise Avenue, mit der er in diesem Jahr eigentlich auf Abschluss-Tour gehen wollte, wäre Corona nicht dazwischen gekommen.

Doch die freie Zeit nutzt er - indem er unter anderem als Coach gemeinsam mit Rea Garvey auf einem Doppelstuhl sitzt. Viermal war er dabei und lieferte sich zum Teil erbitterte Gefechte um bestimmte Talente - auch mit seinem neuen Teampartner Rea. In der achten Staffel holte Samu mit seinem Talent Natia Todua den Sieg.

Samu Haber brennt aber nicht nur für die Musik, sondern auch für Sport. Er ist ein großer Fan der Eishockeymannschaft "Helsingfors IFK". Zudem geht er auch mal gerne fischen. Am 14. Oktober 2020 erschien seine Autobiographie "Forever Yours".

"The Voice of Germany" ab 8. Oktober jeweils um 20:15 Uhr donnerstags auf ProSieben und sonntags in SAT.1 sowie auf Joyn.

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