Tosari Udayana hat vieles, was ihn außergewöhnlich macht. Neben seiner gefühlvollen und warmen Stimme, die ihn bis ins Finale von "The Voice of Germany" 2020 brachte, ist es seine Abstimmung. Denn durch seine Adern fließt königliches Blut. Sein Urgroßvater war regierender König auf Bali und deswegen ist Tosi, wie sein Coach Mark Forster ihn liebevoll nennt, ein waschechter Prinz. Im Interview berichtet er, was das genau für ihn und sein Leben bedeutet.

Tosi, was genau hat es mit Deiner adligen Herkunft auf sich?

Tosari Udayana: Mein Urgroßvater war König auf Bali, bevor es mit Indonesien vereint wurde und eine Demokratie wurde. Daher hat es heute keine politische Bedeutung mehr. Aber so wie es hier in Deutschland "von" und "zu" gibt, gibt es auf Bali diese Titel, die die Kaste bestimmen. Die ersten beiden Namen heißen "heiliges Kind" oder so, das bedeutet die zweithöchste Kaste und alle, die sich mit Traditionen auf Bali auskennen, wissen Bescheid, wenn sie diese Namen hören. Meinen Vater war es wichtig, diese Tradition weiterzugeben, da er Balinese ist. Er ist da geboren, daher ist es ihm wichtig, diese Titel weiterzuführen. Ich bin adlig, solange ich Anak Agung heiße. Anak heißt Kind und Agung heilig.

 

Wie reagieren die Menschen auf Bali und in Indonesien auf Dich?

In Indonesien ist das überhaupt kein Ding, denn es ist eine hinduistische Tradition und nur Bali ist hinduistisch. Auf Bali bemerken die Leute es schon und sie reagieren unterschiedlich darauf. Manche nehmen es ernster als andere – aber wirklich alle sagen etwas dazu, jedoch immer freundlich.

Im Clip: Das Beste der Finalisten

Kannst du ein Beispiel nennen, wie das dann aussieht?

Auf sehr traditionellen Festen von alten Familienangehörigen wird auf das Hierarchiesystem geachtet, z.B. darauf, dass ihre Köpfe nicht über unseren sind. Es kann auch passieren, dass wir am Tisch sitzen und essen und vorbeilaufende Menschen sich ducken. Das ist aber nicht die Normalität. Meine Familie nimmt das nicht so ernst. Mir ist total egal, ob jemand größer ist als ich, oder jemand über mir steht wenn ich sitze. Aber für manche Balinesen ist das eben sehr wichtig und dessen muss man sich bewusst sein und sich entsprechend verhalten. Wenn ich mich auf den Boden setzen würde, müssten die sich alle hinlegen und das würden sie auch machen.

Könntest du dir eine Musikkarriere auf Bali vorstellen?

Ich glaube ehrlicherweise nicht, dass ich auf Bali eine Musikkarriere starten werde. Ich kann kaum indonesisch, dass reicht gerade zum Bestellen in Restaurants. (lacht)

Aber der Erfolg wäre garantiert?

Auf jeden Fall wäre Aufmerksamkeit garantiert, vielleicht auch Erfolg.

 

Claudia, die "The Voice of Germany"-Siegerin des letzten Jahres hat ja auch indonesische Wurzeln.

Claudia ist in Indonesien geboren, das ist anders als bei mir. Ich bin ja in Deutschland geboren und spreche daher kaum indonesisch.

Kriegst Du Support aus Bali?

Ja, ich bekomme viele Nachrichten von dort, von Freunden, aber auch von Bekannten, die es einfach nur mitbekommen haben.

 

Könntest Du Dir vorstellen, auch mal mit Claudia auf Bali aufzutreten?

Klar, sie hat mich auch schon angeschrieben und ihre Fans aufgefordert, mich zu supporten. Die ist supernett, ich habe mich sehr gefreut.

Vielleicht macht ihr ja mal ein indonesisches Duo?

Ich würde nicht nein sagen. (lacht)

Tosari wird heute Abend im Finale gemeinsam mit seinem Coach Mark Forster und dem Gast-Star Joy Denalane auf der Bühne stehen. Ob Tosari in Claudias Fußstapfen tritt und der neue Gewinner von "The Voice" wird, siehst du heute Abend um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.

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